Donnerstag, 12. Juni 2008

„Viele Menschen merken erst später, was sie anrichten“

Das o.g. Zitat von einem Kommentator auf der in deinem letzten Beitrag verlinkten Seite "Exhibitionismus im Internet" finde ich wert, genauer darüber nachzudenken.
Dazu meinen Input:
Das "Anrichten" hat mehrere Aspekte: 1. Anrichten für sich selbst, 2. Anrichten für Andere.

zu 1.: Ich nehme mal an, du hast mit der Veröffentlichung deines Tagebuchs, um nichts anderes handelt es sich ja bei deinem Blog (vermute, du hast sogar mehrere ;-)) dich bewusst entschlossen, die Welt an deinen Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben zu lassen. Das verstehe ich natürlich, wenn es sich bei deinen Lesern um gute Freunde und Familie handelt. Was treibt dich aber in die globale Öffentlichkeit und damit in das Risiko, dass man dein Profil schamlos ausnutzt, verfremdet, gegen dich verwendet. Ich kenne dich aus deinem persönlichen Blog mittlerweile so gut, dass ich dich ohne Weiteres als "Sozialromatiker" identifiziere, der z.B. in einer Bank, einem Industrieunternehmen, beim Militär sich ständig verleugnen müsste, um in eine Position zu kommen, die ausreichend Macht bietet, um die angestrebten Veränderungen zu bewirken. Versteh mich bitte so: Nicht deine Haltung verhindert so einen Weg, sondern deine sofortige Durchschaubarkeit, noch bevor du zum Zuge kommst. Meine vielleicht etwas plakativen Thesen dazu:
  • Wer frei sein will, muss unsichtbar bleiben.
  • Wer wirken will, braucht Macht.
  • Macht braucht gesteuerte Öffentlichkeit.
  • Menschen ohne Geheimnis werden angreifbar und schnell langweilig für Andere.
zu 2.: Jetzt kenne ich deine Freunde, deine Familie, deine Aufenthaltsorte. Willst du das wirklich? Hast du diese Menschen gefragt, ob sie in deiner persönlichen Boulevardzeitung namens Picasaweb auftauchen wollen? Was, wenn ich ein mieser eifersüchtiger Typ wäre, der das Web nutzt, um dich fertig zu machen, deine Freunde mit hineinzieht. Willst du dieses Risiko für deine Freunde wirklich eingehen?

Das sind nur so'n paar Gedanken, um unser Gespräch in Gang zu bringen. Nimm kein Blatt vor den Mund, ich bin nicht empfindlich!

Hel, die gutmeinende "Bild"-Journalistin

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